Blattdüngung bei Mais

2026. Juli 8., Mittwoch

Blattdüngung bei Mais

Im Juli ist die Blattdüngung von Mais besonders aktuell. Die meisten Bestände erreichen zu diesem Zeitpunkt bereits das 8-Blatt-Stadium. Ein Teil der Bestände kann sogar noch weiter entwickelt sein, was mit einer größeren Blattfläche einhergeht. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Blattflächenindex (LAI) bereits bei etwa 3–3,5, was bedeutet, dass auf 1 m² Anbaufläche 3–3,5 m² Blattfläche entfallen. Obwohl dieser Wert seinen Höchststand erst bei etwa 5 bis 7 erreicht, wird deutlich, dass nun die Phase des intensiven Wachstums beginnt.

Aufgrund der vergrößerten Blattfläche und der gesteigerten Wachstumsintensität nimmt einerseits die aktive Aufnahmefläche zu, andererseits steigt der Nährstoffbedarf des Maises für die einzelnen Nährstoffe sprunghaft an. Dies bedeutet, dass eine gezielte und zeitnahe Ergänzung bestimmter Nährstoffe über das Blatt dringend erforderlich ist.

Zwar können mit der Blattdüngung – auch wenn die Nährstoffaufnahme über das Blatt effizienter ist als über den Boden, mengenmäßig jedoch deutlich begrenzt bleibt – grundsätzlich vor allem Mikronährstoffe ergänzt werden. In dieser Entwicklungsphase besteht jedoch noch die Möglichkeit, auch Makronährstoffe über das Blatt zuzuführen. Realistisch ist eine nennenswerte Ergänzung im Verhältnis zum Bedarf allerdings hauptsächlich bei Schwefel und Magnesium. Die Ausbringung von Stickstoff, Phosphor und Kalium beschränkt sich zu diesem Zeitpunkt in erster Linie auf die Korrektur möglicher Nährstoffungleichgewichte.

Tabelle 1 zeigt die von Mais aufgenommenen Nährstoffmengen, während Tabelle 2 deren Anteil an der insgesamt aufgenommenen Nährstoffmenge darstellt.

Aus den oben dargestellten Tabellen ist deutlich ersichtlich, dass die intensive Nährstoffaufnahme erst nach dem 6- bis 8-Blatt-Stadium beginnt. Daher ist dies der optimale Zeitpunkt für die Ausbringung von Blattdüngern. Gleichzeitig handelt es sich um ein Entwicklungsstadium, in dem der Boden bereits weitgehend von den Pflanzen bedeckt ist, sodass der überwiegende Teil der ausgebrachten Spritzbrühe auf die Blätter gelangt und von dort leicht in die Pflanze aufgenommen werden kann. Zwar können Blattdünger auch über den Boden bzw. die Wurzeln in die Pflanze gelangen, diese Form der Aufnahme ist jedoch weniger effizient und wird stark von den Eigenschaften und dem aktuellen Zustand des Bodens beeinflusst.

Da der Bedarf an Mikronährstoffen in den meisten Fällen unter 1 kg/ha liegt, können diese bei Bedarf problemlos über das Blatt ergänzt werden. Besonders hervorzuheben ist die Zinkversorgung auf Flächen, auf denen regelmäßig Mais angebaut wird oder überdurchschnittliche Erträge erzielt werden. In solchen Fällen ist eine zusätzliche Zinkdüngung häufig sinnvoll. Treten Befruchtungs- bzw. Bestäubungsprobleme auf – die unter anderem durch den Mangel verschiedener Spurenelemente verursacht werden können –, kann beispielsweise der Einsatz borhaltiger Blattdünger vorteilhaft sein.

Es stellt sich die Frage, welcher Blattdünger gewählt werden sollte. Die Antwort lautet: jener, der am besten an die örtlichen Gegebenheiten angepasst ist, insbesondere an die Nährstoffversorgung des Bodens sowie an die Bedürfnisse der Kulturpflanze. Eine Hilfestellung bei dieser Entscheidung bietet Tabelle 3.

Aus der obenstehenden Tabelle verdienen einige Produkte besondere Beachtung. NitroSpeed Sunny bietet Schutz vor Sonnenbrand und UV-Strahlung, stärkt das Pflanzengewebe, schützt Blätter und Ertrag vor Hitzeschäden sowie das Chlorophyll vor Beeinträchtigungen. Darüber hinaus versorgt es die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff (N), Magnesium (Mg), Schwefel (S) und Zink (Zn).

Mikromix-A Mais ist ein Mehrnährstoff-Blattdünger mit den Spurenelementen Kupfer (Cu), Bor (B), Mangan (Mn) und Zink (Zn). Er wurde speziell für Mais entwickelt und berücksichtigt sowohl den durchschnittlichen Mikronährstoffbedarf dieser Kultur als auch die optimalen Nährstoffverhältnisse.

Für die Blattdüngung eignen sich die frühen Morgenstunden am besten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Spaltöffnungen der Pflanzen geöffnet, und die Kutikula der Blätter befindet sich durch den Tau in einem aufgeweichten Zustand, was die Nährstoffaufnahme begünstigt. Um Blattschäden zu vermeiden, sollten außerdem die aktuellen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnisse berücksichtigt werden (Tabelle 4).

Bei der Ausbringung wird eine Spritzbrühemenge von mindestens 300 l/ha empfohlen. Die maximale Endkonzentration sollte 3,0 % nicht überschreiten. Werden Blattdünger gemeinsam mit Pflanzenschutzmaßnahmen in einem Arbeitsgang ausgebracht, empfiehlt es sich, die Aufwandmenge der Spritzbrühe auf bis zu 500 l/ha zu erhöhen.

Autor: Dr. Csaba Varga, Fachberater und leitender Entwicklungsmitarbeiter, Nitrogénművek Zrt.